Fertigprodukte statt Naturkost – Alternative oder Albtraum?

Fertigprodukte statt Naturkost – Alternative oder Albtraum?

Fertigprodukte haben sich unserer Zeit angepasst, deshalb wird es Zeit für ein bisschen „Old School Naturkost“.

Man nehme ein halbes Kilo Schweinesteaks für 10 Euro, zwei Tomaten für je 2,50 Euro, einen Sack Kartoffeln für 6 Euro, fünf Gramm Blattspinat für 1,50 Euro pro Gramm, Biorapsöl für 20 Euro und den französischen Wein von 1963 für 120 Euro, bereite alles vor, werfe es in den Abfall und schmeiße eine Tiefkühlpizza in den Ofen. So irrsinnig wie das klingt, aber so stellen sich die meisten Leute tatsächlich Kochen vor. Überteuerte Biolebensmittel aus der Natur, Zeitaufwand von sechs bis acht Stunden, null Geschmackserlebnis. Aber die Realität sieht anders aus. Nur leider muss es für die Menschen der heutigen Leistungsgesellschaft schnell, günstig und vielversprechend sein. Da kommen einem die ganzen Fertigprodukte in den Supermärkten gelegen. Aber sind Tütensuppen, billig Fleisch und Tiefkühlkost wirklich die wahre Alternative zur Naturkost?

It’s not about the money, money – But billige Fertiggerichte

Geld regiert ja bekanntlich die Welt – aber eben auch unser Essverhalten. Fast die Hälfte der Deutschen greift zu den schnellen Fertiggerichten im Supermarkt, anstatt einen Abstecher beim Biobauern ihres Vertrauens zu machen. Das hat vor allem den Grund, dass es eingeschweißtes Fleisch und Gemüse aus der Konservendose für (scheinbar) wenig Geld in jedem Supermarkt gibt. Klar, das billige abgepackte Steak für 99 Cent spricht erst mal jeden an, bei dem es gegen Monatsende knapp im Portemonnaie aussieht. Aber wahrer Gaumensex sieht anders aus. Tatsächlich lohnt es sich (meiner Meinung nach) für die bevorstehende Grillparty lieber zum nächsten Fleischer zu gehen. Dort bekommt man gutes Fleisch praktisch frisch von der Kuh, Schwein oder Geflügel abgeschnitten. Und für den Geschmack von richtig gutem Qualitätsfleisch kann man ja mal ein bis zwei Euro mehr ausgeben.

Mahlzeit, mal keine Zeit

Zeit ist Geld. Das könnten wir als offiziellen Motivationsslogan der Deutschen anerkennen. Ob Uni, Arbeit, Kinder, Haushalt, Freizeit: Wir haben eben nicht alle Zeit der Welt. Und nach einem anstrengenden Tag will man doch nur noch ins Bett fallen. Aber nicht ohne vorher noch etwas zu essen! Jetzt reicht doch eigentlich die Tütensuppe von Maggi, Knorr und Co. oder man wirft halt noch schnell eine fertig portionierte Tiefkühllasagne in die Mikrowelle und tada! Jetzt noch schnell während des Umziehens oder des Zähneputzens die Mahlzeit reinstopfen und dann ist der Abend auch gegessen. Das ist aber keine Alternative. Vor allem nicht für Kinder. Für Leute mit wenig Zeit gibt es ja so schöne Sachen wie Food Preparing bzw. Meal Prep oder auf Deutsch: Vorkochen. Dabei kocht man sich eben schon meinetwegen am Sonntag Abend Gerichte für die nächsten zwei bis drei Tage vor und muss diese dann nur noch warm machen. Fertigprodukte bye bye!

Qualität in aller Munde, Schrott in allen Fertigprodukte

Manch einmal weiß man bei den ganzen Fertigbackmischungen und Tiefkühlgerichten gar nicht mehr, ob man jetzt Lebensmittel oder Chemie schmeckt. Tatsächlich bestehen die Fertigprodukte von Lidl, Kaufland, Edeka und Co. zu Zweidritteln nur aus Zusatz-, Konservierungs- und Aromastoffen. Diese bieten uns diesen einzigartigen und intensiven Geschmack. Aber habt ihr schon einmal in so eine richtig saftige Tomate aus dem eigenen Garten gebissen? Vielleicht solltet ihr für das nächste Familien-BBQ im Garten mal frisches Gemüse oder Obst in Form von Spießen, Salat oder einfach so zum Naschen anbieten. Ihr werdet merken, wie gut frische Naturkost ankommt, vor allem im Sommer. Außerdem, mal so ganz unter uns, machen das frische Brot vom Bäcker, das saftige Rindersteak von Fleischer und das knackige Gemüse vom Gärtner doch viel satter als die Rahmnudelsuppe vom Band.

Also… Alles nur ein (Alb-)Traum?

Zugegeben Fertigprodukte sind eine zeitsparende und teilweise günstige Alternative aber mit gesunder Ernährung und einem Sattgefühl hat das alles nix zu tun. Solltet ihr tatsächlich mal keine Zeit haben, dann versucht es doch mal mit dem oben genannten Food Preparing oder beim nächsten Gemüsehändler eine Salatmischung zu kaufen, statt auf Fertigkost zurückzugreifen. Statt euch mit einem Jahresvorrat an Fertigbrotbackmischungen einzudecken, gebt euer Geld doch lieber für frische Brötchen vom Bäcker um die Ecke aus. Schmeckt doch eh alles viel besser, wenn ihr mich fragt.

Unter Grillicious.de schreibe ich, Roberto, gemeinsam mit ein paar Freunden über unsere Leidenschaft - das Grillen. Wir bloggen über all das, was uns beim Grillen bewegt und schmeckt.